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Accessilingua – Künstliche Intelligenz für Leichte Sprache

Wenn die Technologie die Inklusion unterstützt

Es dauert 2 Stunden, um einen Basistext von 500 Wörtern in Leichte Sprache zu übersetzen. Im Kontext des Schreibens von Texten in FALC und „Leichter Sprache“ für die Guichet.lu-Website ist es schwierig, Texte in großen Mengen zu produzieren. Was, wenn eine Künstliche Intelligenz dies beschleunigen könnte?

Das Problem: Zu viel Arbeit, zu wenig Zeit

Aktuell wählt das Redaktionsteam von Guichet.lu die relevanten und dringenden Texte aus und schreibt sie in FALC und Leichte Sprache um. Danach:

  1. Versand an Klaro: Diese Vorschläge werden an Klaro geschickt, einen Service der APEMH, dem offiziellen Zentrum für Leichte Sprache
  2. Validierung durch Experten: Klaro schickt die Texte an Mitarbeiter mit intellektueller Beeinträchtigung, die prüfen, ob sie verständlich sind
  3. Logo-Zertifizierung: Das Inclusion Europe Logo zertifiziert diese Überprüfung

Dieser Prozess ist lang und zeitaufwändig für öffentliche Organisationen, was die Verbreitung von Texten in FALC und „Leichter Sprache“ in großem Maßstab begrenzt.

Eine Lösung: AccessiLingua

Was ist AccessiLingua?

Das GovTech Lab hat ein Tool gesucht, das auf Künstlicher Intelligenz basiert und fähig ist, Autoren bei der Übersetzung ihres Textes in Leichte Sprache so effizient wie möglich zu unterstützen.

Wer steht hinter AccessiLingua?

Das GovTech Lab des Digitalisierungsministeriums und das CTIE haben in Zusammenarbeit mit dem Familienministerium im Mai 2024 einen Appel à Projet (Projektausschreibung) gestartet.

Wie funktioniert es?

1. Input: Schwerer Text Ein schwerer (so werden Texte genannt, die nicht in Leichter Sprache geschrieben sind) Verwaltungstext wird in das System eingegeben – auf Französisch oder Deutsch.

2. KI-Verarbeitung Die Künstliche Intelligenz (KI) analysiert den Text und produziert eine Version in Leichter Sprache, die die Regeln von FALC oder „Leichter Sprache“ so gut wie möglich respektiert.

3. Menschliche Korrektur Diese Version des Textes wird noch nachgeprüft und von Fachpersonen für Leichte Sprache validiert. Dies ist essentiell – die KI ist nur ein Hilfsmittel, kein Ersatz für menschliche Experten!

4. Validierung durch die Zielgruppe Nach dem Korrekturlesen durch Fachpersonen wird der Text wie immer an Prüfer – wie das Atelier Isie – zur finalen Validierung geschickt.

Was sind die Vorteile?

Schnellere Produktion Anstatt 2 Stunden für 500 Wörter kann die KI eine erste Version in Minuten produzieren.

Mehr Texte verfügbar Mit einer KI-Unterstützung können mehr Texte in Leichter Sprache auf Regierungswebsites verfügbar gemacht werden.

Konsistenz Die KI benutzt dieselben Regeln und bleibt konsistent.

Luxemburger Kontext Das Tool soll Texte auf Französisch und Deutsch in Leichte Sprache umschreiben, die so gut wie möglich die französischen und deutschen Regeln respektieren, sowie Ausdrücke, Abkürzungen und gebräuchliche Namen im Luxemburger Kontext.

Wann ist es verfügbar?

Wirtschaftliche Akteure, die interessiert waren, an „AccessiLingua“ teilzunehmen, wurden eingeladen, ihr Bewerbungsdossier bis zum 10. Juni 2024 einzureichen.

Ein Dienstleister wurde Ende 2024 ausgewählt.

Was sagt Klaro dazu?

Nach einem Interview mit Klaro im April 2025 scheinen die ersten Ergebnisse vielversprechend zu sein. Aber es ist klar: Eine menschliche Korrektur bleibt immer notwendig, bevor ein Dokument an das Atelier Isie geschickt wird.

Grenzen der KI

⚠️ Nicht für jeden zugänglich Am Anfang wird das Programm nur für Regierungsorgane verfügbar sein. Aber Klaro hofft, dass es in Zukunft für die breite Öffentlichkeit geöffnet wird.

⚠️ Ersetzt keine menschlichen Experten Die KI kann nicht die Nuancen und den menschlichen Verstand ersetzen. Sie ist ein Hilfsmittel – nicht mehr, nicht weniger.

⚠️ Der Kontext ist wichtig Manchmal muss man Informationen hinzufügen oder weglassen. Dies kann eine KI nicht immer richtig entscheiden.

Andere Länder arbeiten auch daran

Luxemburg ist nicht allein. Verschiedene Länder arbeiten an ähnlichen Systemen:

  • Deutschland hat Tools für Leichte Sprache entwickelt
  • Die Europäische Union unterstützt Forschungen in diesem Bereich
  • Verschiedene Universitäten arbeiten mit Natural Language Processing für zugängliche Texte

Die Zukunft: Künstliche Intelligenz als Partner

AccessiLingua ist ein Beispiel dafür, wie Technologie Inklusion unterstützen kann. Zusammen können wir mehr Informationen für mehr Leute zugänglich machen.


Quellen: