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Luxemburg veröffentlicht neuen Leitfaden für „Leichte Sprache“ auf Luxemburgisch

Am 16. Juni 2026 haben das luxemburgische Kulturministerium und das Zenter fir d’Lëtzebuerger Sprooch (ZLS) eine neue Broschüre mit dem Titel „Liicht Sprooch Lëtzebuergesch“ vorgestellt. Das 64-seitige Dokument enthält erstmals Regeln und Empfehlungen für eine barrierefreie, leicht verständliche Kommunikation auf Luxemburgisch.

Ein Werkzeug für Behörden

Die Broschüre richtet sich vor allem an Verwaltungen, Ministerien und andere öffentliche Stellen. Sie soll ihnen helfen, Informationen so zu formulieren, dass sie für ein möglichst breites Publikum verständlich sind. Kulturminister Eric Thill betonte, Sprache sei ein zentraler Schlüssel zu Information und gesellschaftlicher Teilhabe, und die neue Broschüre schaffe eine Grundlage für mehr Chancengleichheit.

Die wichtigsten Regeln der Leichten Sprache

Ähnlich wie die deutsche „Leichte Sprache“ folgt auch die luxemburgische Variante einigen klaren Grundsätzen:

  • einfache, gebräuchliche Wörter;
  • Erklärungen für schwierige Begriffe;
  • kurze Sätze mit jeweils nur einer Information;
  • ein einfacher Satzbau (Subjekt – Verb – Objekt);
  • aktive statt passive Formulierungen;
  • eine übersichtliche Gestaltung mit kurzen Abschnitten und Zwischenüberschriften;
  • Bilder und Piktogramme zur Veranschaulichung;
  • eine größere, serifenlose Schrift;
  • fett hervorgehobene, wichtige Informationen.

Ein europäisches Logo von Inclusion Europe kennzeichnet Texte, die diesen Kriterien entsprechen. Voraussetzung dafür ist, dass der Text von einer Prüfgruppe aus Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung gelesen und freigegeben wurde.

Wer profitiert von Leichter Sprache?

Behördentexte sind oft auf einem Sprachniveau verfasst, das für viele Menschen eine echte Hürde darstellt. Dazu zählen Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung, Demenz oder Aphasie sowie Menschen mit Hör- oder Sehbeeinträchtigung. Auch ältere Menschen, Personen, die die Sprache gerade lernen, und Menschen mit Legasthenie profitieren von Leichter Sprache. Selbst Leserinnen und Leser ohne besondere Schwierigkeiten erfassen damit Kerninformationen schneller.

Eine gemeinsame Entwicklung

Das Konzept der Leichten Sprache geht auf eine Initiative von Inclusion Europe aus dem Jahr 2009 zurück, die zunächst mit mehreren europäischen Partnerländern entwickelt und seither in viele Sprachen übertragen wurde. In Luxemburg gab Pierre Reding, damals interimistischer Direktor des ZLS, den Auftrag, eine luxemburgische Fassung zu erarbeiten, die der offiziellen Dreisprachigkeit des Landes gerecht wird. Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung waren von Anfang an in die Arbeitsgruppe eingebunden – unter dem Motto: „Wir machen etwas für die Menschen mit den Menschen.“

Broschüre herunterladen

Das Dokument steht kostenlos als PDF zum Download bereit (64 Seiten, 1,03 MB):

🔗 Liicht Sprooch Lëtzebuergesch (PDF)

Rückmeldungen aus der Praxis fließen in künftige, regelmäßig aktualisierte Auflagen der Publikation ein.

Quellen :